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| Leitbild der Arbeitsgemeinschaft Ernährungsverhalten (AGEV) e.V. Neu eingestellt! |
Zum achten Mal wird im Jahr 2011 der "Förderpreis Ernährungskultur" der Universität Kassel, gestiftet von der Johannes Fehr GmbH & Co. KG, ausgeschrieben. Durch diesen Preis sollen deutschsprachige wissenschaftliche oder praxisorientierte Arbeiten sowie Projekte gefördert werden, die einen herausragenden Beitrag zur Erforschung und Verbreitung einer nachhaltigen, zukunftsweisenden Lebensmittel-erzeugung und Ernährung leisten und den von der Jury formulierten Leitgedanken zur Ernährungskultur entsprechen. Projekte, die sich mit dem Thema soziale Ungleichheit und Ernährung beschäftigen, bilden in diesem Jahr den Schwerpunkt der Ausschreibung
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Der Zusammenhang zwischen Ernährung und Geschlecht wird seit geraumer Zeit im westlichen, aber auch globalen Kontext breit thematisiert. Dabei stehen unter anderem das unterschiedliche Ernährungsverhalten bezogen auf präferierte Nahrungs- und Genussmittel und unter der Perspek-tive von Gesundheit, die räumlich-zeitliche Situierung des Essens sowie die Bewertung der Ernäh-rungsformen zwischen Normalität und Anomalie im Mittelpunkt der Betrachtung. Ebenso wird der Zusammenhang zwischen Ernährung und Geschlecht bezogen auf die Arbeitsteilung in Haushal-ten und Familien diskutiert, in der sich das hegemoniale Geschlechterverhältnis widerspiegelt. So sind Aufgaben der Essensversorgung und Ernährungsverantwortung im familiären und häuslichen Kontext nach wie vor überwiegend typisch weibliche Domänen. Im außerhäuslichen Bereich – in Restaurants und der Gemeinschaftsverpflegung – findet sich jedoch eine andere geschlechtliche Aufgabenverteilung.
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Eine der großen Herausforderungen für unsere Gesellschaft ist die demographische Entwicklung, die mit einer erheblichen Zunahme der über 65jährigen verbunden ist. Damit sind grundlegende Veränderungen unserer Gesellschaft verbunden, weil sich Bedürfnislagen in breitem Umfang verschieben. Dabei ist keineswegs ausgemacht, wie die Bedürfnisse auf lange Sicht aussehen werden, denn auch die älteren Menschen verändern sich. Der Lebensstil der Siebzigjährigen von heute hat nur noch wenig gemein mit dem Lebensstil des Siebzigjährigen um 1900 und auch der ältere Mensch von morgen wird ein anderer sein als heute. Dass alle Menschen altern, ist eine Tatsache. Die Frage ist allerdings, wie wir es tun, ob wir es schaffen, das Alter als Teil des Lebens zu akzeptieren und das Altern mit Gelassenheit als Teil eines gelungenen Lebens zu begreifen. In diesem Prozess ändert sich auch die Ernährung.
Diese Veränderungen werden gegenwärtig vor allem unter dem Aspekt der Mangelernährung diskutiert. Gemeint ist damit dann zumeist eine Unterversorgung der Bewohner von Altenheimen. „Mangel“ kann sich aber auch auf die sozialen Aspekte des Essens beziehen, die im Alter infolge zurück gehender Selbstbestimmung verloren gehen können. Vor dem Hintergrund ihres Verständnisses, dass Ernährung nicht nur dem körperlichen Wohlbefinden dient, sondern auch Ausdruck von Selbstbestimmung ist und soziale Einbindung stiftet, will die AGEV auf der kommenden Tagung diesen bislang weniger diskutierten Bereich beleuchten. Dabei kann es nicht nur um eine Situationsbeschreibung oder –analyse gehen.
Ziel soll vielmehr sein, Chancen und Perspektiven für die Schaffung von Ermöglichungsräumen auszuloten, die nicht nur eine physiologisch ausreichende Ernährung, sondern ein subjektiv als befriedigend erlebtes, selbst bestimmtes Essen sicherstellen.
Derzeit plant der AGEV-Vorstand eine Tagung zum Thema "Ernährung im Alter. Probleme, Chancen und Perspektiven", die voraussichtlich im Frühjahr 2012 stattfinden soll. Weitere Informationen folgen in Kürze.
Ad-hoc-Gruppe auf dem 35. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, Frankfurt am Main
Hier ihr Call for Paper.
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