AGEV - Arbeitsgemeinschaft Ernährungsverhalten e.V.

Ernährungsverhalten von ausländischen im Vergleich zu deutschen Studierenden der Universität Bielefeld (Winter Semester 1997/98)

J. K. Tshiang Tshiananga, L. Prüfer-Krämer, A. Krämer, M. Yektapour-Tabrizi, C. Stock, L. Wille, P. Pfefferle, School of Public Health, Universität Bielefeld, Pf. 100131

Einführung:
Das Phänomen der Migration verursacht für die Gesundheit und die Ernährung Veränderungen und Herausforderungen in einer Gesellschaft, sowohl für die Einwanderer als Individuen oder Gruppen als auch für die heimische Bevölkerung. Die vorliegende Studie bezieht sich auf die Ernährungsgewohnheiten von ausländischen (n=204) und deutschen (194) Studierenden an der Universität Bielefeld. Das Hauptziel war die Analyse des Ernährungsverhaltens von ausländischen im Vergleich zu deutschen Studierenden in Abhängigkeit von der Herkunftsregion, der Aufenthaltsdauer, dem Geschlecht, dem Alter, den sozioökonomischen Faktoren und dem Lebensstil.

Ergebnisse:
Ausländische Studierende ernährten sich gesünder als deutsche Studierende trotz der Angabe, daß ihre Einkommen signifikant häufiger unzureichend waren. Bildungsausländer ernährten sich gesünder als Bildungsinländer. Am schlechtesten ernährten sich von den ausländischen Studierenden die türkischen Frauen. Das Geschlecht beeinflußte die Ernährungsgewohnheiten der Studierenden. Bei den Deutschen ernährten sich die Frauen gesünder als die Männer und bei Ausländern ernährten sich Männer gesünder als Frauen. Die Aufenthaltsdauer beeinflußte die Ernährungsgewohnheiten der ausländischen Studierenden. Raucher ernährten sich gesünder als Nichtraucher.

Schlußfolgerung:
Die Ergebnisse zeigen, daß sich mit zunehmender Aufenthaltsdauer in Deutschland das Ernährungsverhalten ausländischer Studierender verschlechtert, und daß vor allem das Ernährungsverhalten der türkischen Studentinnen schlecht ist, verbunden mit einer höheren Rate an übergewichtigen Personen.

 


© 2005 | info@agev.net | Impressum