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Jahrestagung 2001: |
Ernährung und Raum: Regionale und ethnische Ernährungsweisen in Deutschland 23. Wissenschaftliche Jahrestagung der AGEV 11.-12. Oktober 2001 Tagungs-Gegenstand:Traditionell sind Ernährungsgewohnheiten regional unterschiedlich. Die Ursachen liegen neben den topographischen Bedingungen vor allem in den unterschiedlichen gesellschaftlichen Merkmalen der Menschen in den verschiedenen Lebensräumen. Erkennbar sind Gebiete, in denen sich aufgrund der Geschichte, der Traditionen, der Sozialstruktur und der ethnischen Zusammensetzung der Bevölkerung charakteristische Ernährungsgewohnheiten herausbilden bzw. herausgebildet haben. Mittlerweile jedoch sind, nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa, Tendenzen erkennbar, wonach sich die geographischen Verzehrsunterschiede nivellieren und regional übergreifend angleichen. So gibt es im Zuge der Konzentration und Internationalisierung der Ernährungsindustrie und des Lebensmittelhandels ein wachsendes Angebot an "global food" (z.B. Coca-Cola). Zwar sind diese Produkte in einer Vielzahl von Ländern erhältlich, aber nicht überall sind sie tatsächlich identisch. Ihre Rezepturen werden durchaus an nationale Besonderheiten angepasst. Es gibt allerdings auch Menschen, die sich bewusst gegen den Trend zur globalen Einheitsnahrung ("McDonaldisierung") stellen und lokale bzw. regionale Alltagskultur wieder entdecken und beleben. Unter dieser Prämisse arbeiten Bewegungen wie "Slowfood" und "Eurotoques". So blieben in Deutschland bislang, trotz der Globalisierungstendenzen, die wesentlichen Kennzeichen regionaler Verzehrsgewohnheiten erkennbar. Es zeigen sich in den verschiedenen deutschen Regionen noch immer die bekannten Ernährungstraditionen der verschiedenen "Landsmannschaften" mit ihren regionalen Küchen und Speisen. Der "WeißwurstÄquator" ist ebenso vorhanden wie die verschiedenen regionalen Trinkgewohnheiten (z.B. Bier und Weinsorten). Die große Bedeutung regionaler Esskulturen wurde von Lebensmittel-Anbietern erkannt und aufgenommen, wie verschiedene regionale Marketingkonzepte zeigen. Entsprechende Maßnahmen werden von der Europäischen Union sogar unterstützt (z.B. durch den Schutz der kontrollierten Ursprungsbezeichnung für regionale Spezialitäten). Der Bezug zu einem bestimmten räumlichen Ursprung von Lebensmitteln oder Speisen ("local food") stiftet bei den Verbrauchern häufig zusätzlichen Nutzen, beispielsweise in Bezug auf ihre Gesundheit und Sicherheit, ihre Kultur und Identität. Die Betrachtung der Ernährung unter räumlichen Aspekten zeigt, daß die Produktionsräume der Lebensmittel (Agrarfläche, Standort der Ernährungsindustrie, Lager des Großhandels, Einkaufsstätten) und die Lebens- bzw. Essräume der Konsumenten sehr unterschiedlich verteilt sind. Damit Angebot und Nachfrage zusammenkommen, müssen räumliche Distanzen überwunden werden. Dies verbraucht Zeit, Umweltressourcen und Geld und erfordert Mobilität und Kommunikation. Nicht zuletzt aus ökologischen Gesichtspunkten wird es daher immer wichtiger, diese Warenströme optimal zu organisieren. Die AGEV greift in ihrer 23. Wissenschaftlichen Jahrestagung das Spannungsfeld aus steigender Globalisierung der Ernährungsgewohnheiten und der Pflege regionaler und ethnischer Ernährungstraditionen in Deutschland auf. Im Rahmen der interdisziplinären Tagung sollen folgende Aspekte erörtert werden.
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