Auswirkungen des Ernährungsverhaltens auf
Gesundheit und Wohlbefinden
Die gegenwärtige Nachfrage nach Lebensmitteln in Deutschland hat
deutliche Auswirkungen auf Gesundheit und Wohlbefinden.
Das Zuviel an Nahrung bei zu wenig an körperlicher Aktivität
führt zu Übergewicht, und dies zusammen mit anderen "Zuviels"
an Fett, Zucker, Alkohol (und zu wenig Obst und Gemüse) führt zu
ernährungsabhängigen Erkrankungen, die durch bessere Verhaltensweisen
vermieden werden könnten.
Es ist zu betonen und hervorzuheben, dass die Qualität der in
Deutschland angebotenen Lebensmittel hinsichtlich der stofflichen
Dimensionen (Nährstoffgehalt - Maximierung, Schadstoffe - Minimierung) so
gut wie noch nie ist. Dies ist eine hervorragende Leistung, an der die
Ernährungswissenschaft einen wichtigen Beitrag hat, die eigentlich jedoch
nicht richtig gewürdigt wird. Probleme bereitet dagegen nach wie vor der hygienische
Qualitätsaspekt, vor allem an den Enden der Nahrungskette, teilweise
im Handel, und besonders in Groß- und Privat-Haushalten. Das Risiko, das
von mangelnder Beachtung der Grundregeln der Lebensmittelhygiene ausgeht,
wird unterschätzt (DGE 1999, BgVV 2000a, 2000b).
So stellen nicht die Lebensmittel ein Risiko dar, sondern wie die
Gesellschaft damit umgeht. Die Gesamtheit der Lebensmittelnachfrage, d.h.
die Ernährungsweise bzw. der Ernährungs- und Lebensstil ist das
Hauptrisiko. Prävention ernährungsabhängiger Erkrankungen muss hier
ansetzen, und weniger an der Lebensmittelbeschaffenheit. In dieses
Zustandsbild passt, dass sich die Empfehlungen für die Nährstoffzufuhr (RDA´s
= recommended dietary allowances) zu Nahrungsmittel-bezogenen Empfehlungen
(food based dietary recommendations; z.B. Ernährungspyramide)
erweitert haben, und dass schließlich ein gesunder Ernährungs- und
Lebensstil empfohlen wird (z.B. mediterrane Diät, "healthy eating").
Die moderne Ernährungsforschung kann belegen, dass einige traditionelle
Ernährungsgewohnheiten sehr "gesund" und empfehlenswert sind
(Milton 2000, Truswell 1998).
Andererseits zeigt sich, dass der westliche Lebensstil
("positive Energiebilanz, zu viel Fett, zu wenig Obst und Gemüse,
körperliche Inaktivität, Alkohol, Rauchen, Drogen) in allen Ländern,
auch in denen der "Dritten Welt", zu Überernährung und
Zivilisationskrankheiten führt (Gardner und Halweil 2000, Seidell 2000,
European Parliament: Directorate General for Research; Directorate A 1997,
2000, Sjostrom 2000, Becker et al. 2000).
Wenngleich also nicht einzelne Lebensmittel den
Ernährungsstatus alleine bestimmen, so leisten sie jedoch wichtige
Beiträge. Dabei sollte nicht nur die Nährstoffzusammensetzung der
einzelnen Lebensmittel (-gruppen) betrachtet werden, sondern auch sonstige
Eigenschaften, die auf den Ernährungs- und Gesundheitszustand einwirken
können (s. Lebensmittelgruppen).
Ebenso können solche Bilanzen für verschiedene Verbrauchergruppen
berechnet werden, wenn bekannt ist, welche und wie viel Lebensmittel
verzehrt wurden. Solche Informationen werden in Deutschland in den
Ernährungsberichten dargestellt (meist im Kapitel 1 - wie im
Ernährungsbericht 2000). Aus den Ergebnissen solcher Berechnungen zur
Nährstoffzufuhr und Vergleichen mit den Nährstoffempfehlungen, lassen
sich mit bestimmten Wahrscheinlichkeiten die Ernährungsrisiken der
betreffenden Gruppen ableiten (s. Verbrauchergruppen).
Der wahre Ernährungs- und
Gesundheitszustand bedarf jedoch weitergehender Analysen und
Untersuchungen. Zu den Methoden, die dies ermöglichen, zählen die
anthropometrischen Messungen (Messung der Körpermaße) und die
biochemischen Indikatoren (Oltersdorf 1995).
Becker W., Bingham S., Henauw de S.,
Kearney J., Lagiou P., Leclercq C., Löwik M., Serra-Majem L., Valsta L.,
Wisemann M.: A Framework for Food-Based Dietary Guidelines in the European
Union. Nutrition & Diet for Healthy Lifestyles in Europe. Draft Report
of Working Party 2, 19.06.2000 (http://eurodiet.med.uoc.gr/party2.html)
BgVV (Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und
Veterinärmedizin): "Lebensmittel-Monitoring" von 1995 bis 1998.
09.11.2000a (http://www.bgvv.de/presse/aktuell/monitor.htm)
BgVV (Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und
Veterinärmedizin): Qualität unserer Lebensmittel ist mit wenigen
Ausnahmen gut. BgVV Pressedienst 18, 1-2, 2000b (http://www.bgvv.de/presse/2000/pr_00_18.htm)
DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung): "5 am Tag - Obst und
Gemüse" für Kinder leicht gemacht DGE aktuell 26, 1999 zu finden
unter: (http://www.dge.de/Pages/navigation/presse/index.htm)
DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) (Hrsg.): Ernährungsbericht
2000. Frankfurt/Main, 2000
European Parliament: Directorate General for Research; Directorate
A (STOA: Scientific and Technological Options Assessment): Nutrition in
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European Parliament: Directorate General for Research; Directorate A
(STOA: Scientific and Technological Options Assessment): European Policy
on Food Safety. Luxembourg, PE 292.026/Fin.St., September 2000
Milton K.: Hunter-gatherer diets - a different perspecitive. American
Journal of clinical Nutrition 71, 665-667, 2000 zu finden unter: http://www.ajcn.org/cgi/content/full/71/3/665
Seidell J.C.: Obesity, insulin resistance and diabetes - a world wide
epidemic. British Journal of Nutrition 83 (Suppl. 1), 5-8, 2000
Sjostrom M.: Foods and People. Toward a Public Health Nutrition Strategy
in the European Union to implement FBDGs and to enthance healthier
lifestyles. Nutrition & Diet for Healthy Lifestyles in Europe. Draft
Report of Working Party 3, 03.05.2000 (http://eurodiet.med.uoc.gr/remits.html
)
Truswell A.S.: Practical and realistic approaches to healthier diet
modifications. American Journal of Clinical Nutrition 67 (3. Suppl),
583S-590S, 1998