AGEV - Arbeitsgemeinschaft Ernährungsverhalten e.V.

Auswirkungen der Nachfrage nach alkoholfreien Getränken 

Die alkoholfreien Getränke sollten in erster Linie zum Durstlöschen dienen. Dieser wichtige Beitrag zur Befriedigung des Wasserbedarfs kann mit der Zufuhr positiver Nährstoffe verbunden sein, in Realität ist der Beitrag von überflüssiger Nahrungsenergie meist höher. Die Trinkwasserqualität in Deutschland ist so gut, dass dies allein zur Bedarfsdeckung ausreichend ist.


Die Nachfrage nach alkoholfreien Getränken setzt sich hinsichtlich ihres Ernährungsbeitrages aus unterschiedlichen Sortimentsgruppen zusammen (Entwicklung der Nachfrage nach alkoholfreien Getränken) . Das sind:

  • Wasser (vom einfachen Trinkwasser bis hin zum Premium-Mineralwasser)
  • Obst- und Gemüsesäfte,
  • Erfrischungsgetränke,
  • nicht koffeinhaltige Tees und Kaffees.

Während Wasser und warme Getränke im Prinzip nur der wichtigen Hauptfunktion, nämlich der Deckung des täglichen Flüssigkeitsbedarf von ca. 2 Liter/Person dienen, bei keinem bis geringem Beitrag zur Nahrungsenergieversorgung (bei den warmen Getränken abhängig von der Verwendung von Zucker und Milch), gibt es bei den anderen Gruppierungen zusätzliche Zufuhren, die gegensätzlich zu bewerten sind. Die Erfrischungsgetränke haben in vielen Fällen einen zu hohen Zuckergehalt, bzw. enthalten in ihren "Light-Varianten" zugelassene Süßstoffe. In Anbetracht der allgemein überhöhten Nahrungsenergiezufuhr gibt es von der Seite der Ernährungswissenschaft keine Empfehlungen. Hier haben Verbraucher ein Einsparungspotential. Das Trinken dieser Erfrischungsgetränke, die in anderen Varianten zusätzlich noch anregende Stoffe wie Koffein enthalten, ist somit dem Genussbereich zuzuordnen (vgl. Auswirkungen der Nachfrage nach Zucker und Süßigkeiten, Auswirkungen der Nachfrage nach Kaffee und Tee).

 

Ernährungsphysiologische Qualität

Die Gruppe der Frucht- und Obstsäfte unterscheidet sich von den vorgenannten deutlich in ihrer Nährstoffzusammensetzung. Sie enthalten, wenn es nicht die Nektare sind, im wesentlichen die Inhaltstoffe der Produkte aus denen sie erzeugt wurden (Auswirkungen der Nachfrage nach Obst und Gemüse). Sie haben also fast den vollen Wert von Obst und Gemüse. Im Prinzip wäre es besser, dieses unverarbeitet zu genießen, doch stellen die daraus hergestellten Säfte eine gute Variante dar, die gewünschten Ernährungsziele ("5amTag") zu erreichen.

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Schadstoffgehalt und andere negativen Eigenschaften

Die alkoholfreien Getränke sind sowohl hinsichtlich eines möglichen lebensmittelhygienischen Risikos als auch einer überhöhten Schadstoffzufuhr als sichere Lebensmittel einzustufen. Zwar werden in Trinkwasser Spuren von Umweltchemikalien gemessen, und auch in Regionen mit intensiver Landwirtschaft höhere Werte von Nitrat, doch erscheint dieser Risikosektor gering. Trotzdem gibt es auch in den Bereichen Produktionsunregelmäßigkeiten, die aber durch Kontrollen entdeckt werden (z.B. Verunreinigungen in Coca-Cola im Juni 1999 - Bundesamt für Gesundheit 2000).
In hygienischer Hinsicht muss jedoch der Trend zur Benutzung von Wasserfiltern im Haushalt bzw. zur Heimproduktion von "Sprudel-Wasser" beobachtet werden. Nichtbeachtung der Hygiene- und Sauberkeitsregeln könnte zu hygienischen Belastungen im Wasser führen (DGE 2000e).

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Anteil an der Gesamtversorgung

Der Anteil der Erfrischungsgetränke an der Nahrungsenergiezufuhr liegt unter 5 %. Wichtige Beiträge leisten sie zu je etwa 25 % bei der Zufuhr von Mineralstoffen (wie Calcium und Magnesium durch Wasser) und bei Vitamin C (Fruchtsäfte). Im Durchschnitt trinkt jeder Verbraucher täglich etwa einen halben Liter von den alkoholfreien Getränken. Positiv dabei ist, dass Fruchtsäfte und Mineralwasser eine steigende Tendenz zeigen.

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Empfehlungen und Verbraucherinformation

Die Verbraucherinformationen sollten diese Richtungen fördern. Die Werbung für den Genuss-Getränke-Markt (egal ob Cola, Limonaden, Kaffee oder Bier) zählt zu den Intensivsten (ZAW 2000). Dadurch haben es vernünftige Ratschläge wie z.B. mehr "preiswertes" Leitungswasser zu trinken schwer. Dazu müsste das Wasser an vielen Orten wie Betrieben, Schulen, Restaurants, Kaufhäusern, Bahnhöfen, usw. leichter zugänglich gemacht werden, z.B. durch kostenlose Trinkwasser-Stellen.
Die "guten" Gemüse- und Fruchtsäfte werden gefördert, auch durch Kampagnen der EU (für Traubensaft). Die Anbieter lassen sich viele Innovationen einfallen, aus den traditionellen Fruchtsäften (wie Orangen- und Apfelsaft) moderne "funktionelle" Getränke zu kreieren. Hier gibt es Überlappungen auch zu den Milch-Misch-Getränken. Das ist einerseits eine gute Entwicklung, wenn mit solchen "In- oder Szene-Getränken" Kinder und Jugendliche von den Limonaden und Colas weggelockt werden, andererseits werden Produkte entwickelt, die viel mehr versprechen und kosten als sie wirklich erbringen (Emerson Doucette und Dwyer 2000). Funktionelle Getränke sind ein sehr wichtiger kommerzieller Markt im Bereich der funktionellen Lebensmittel.

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Quellen

  • Bundesamt für Gesundheit (Hrsg.): Schweizer Coca-Cola darf auf dem Markt bleiben. Rückzug von Coca-Cola in Belgien und Frankreich.
    16.06.2000 (http://www.admin.ch/bag/dienste/medien/1999/d/99061623.htm)

  • DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) (Hrsg.): Ernährungsbericht 2000. Frankfurt/Main, 2000

  • DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) (Hrsg.): DGE Tipps zur Verwendung von Sodabereitern. DGE aktuell 21, 2000b

  • Emerson Doucette R., Dwyer J.T.: Is fruit juice a "no-no" in childrens´s diets? Nutrition Reviews 58 (6), 180-183, 2000

  • ZAW (Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft): Werbung in Deutschland 2000, 408 S ZAW-Jahrbuch, Verlag edition ZAW, Bonn 2000 zu finden unter: (http://www.interverband.com:8080/dbview/owa/assmenu.homepage?tid=184&fcatid=
    4247&from_home=/zaw

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