AGEV - Arbeitsgemeinschaft Ernährungsverhalten e.V.

Auswirkungen der Nachfrage nach Kartoffeln

Der Kartoffelverbrauch ist rückläufig. Dies ist als ungünstig zu beurteilen.


Kartoffeln gehörten eigentlich zu den Gemüsesorten, doch sie stellen ein, wenn nicht das typische deutsche Grundnahrungsmittel dar. Deshalb gibt es dazu ein eigenes Kapitel. Der Verzehr geht leider zurück, und liegt derzeit bei ca. 120 g/Person/Tag (Entwicklung der Nachfragen an Kartoffeln) und damit deutlich unterhalb der Empfehlung.

 

Ernährungsphysiologische Qualität

Die Nährstoffzusammensetzung zeigt, dass Kartoffeln viele Kohlenhydrate enthalten (ca. 20g% Stärke und 2g% Ballaststoffe). Sie enthalten zwar nur 1-2 % Eiweiß, doch dieses ist von hoher biologischer Wertigkeit, und sie sind praktisch fettfrei. Kartoffeln haben eine hohe Nährstoffdichte, d.h. sie enthalten viele Nährstoffe im Verhältnis zur aufgenommenen Nahrungsenergie. Bei den Nährstoffen ist besonders Vitamin C (ca. 15mg/100g) zu nennen, und Vitamin B1, sowie die Mineralstoffe (1g%), Magnesium, Kalium, Eisen und Mangan. 

Der Ballaststoffgehalt und die Antioxidantien bestimmen die gesundheitlichen Wirkungen der Kartoffel, neben dem Aspekt, dass Kartoffeln keine "Dickmacher" sind (abgesehen von den frittierten fetthaltigen Zubereitungen). Zusammen mit dem guten Mineralstoffverhältnis stimulieren sie die Verdauung und unterstützen die Regulation des Wasserhaushalts des Körpers (Oberbeil und Lentz 1996).

Kartoffeln sind roh unverdaulich. Sie können nur gegart verzehrt werden. Bei der Speisenzubereitung sind sie sehr vielseitig verwendbar. Am "gesündesten" sind Pellkartoffeln, da die Vitamine in der Schale sitzen. Trotz der Kochverluste bei anderen Zubereitungen, wie Salzkartoffeln, haben diese Zubereitungen einen günstigen niedrigen Energiewert, bei relativ hohen Gehalten an essentiellen Nährstoffen. Weniger günstig zu beurteilen sind die frittierten Kartoffelprodukte, deren Verzehr ansteigende Tendenz zeigt. Diese Steigerung ist nicht empfehlenswert.

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Anteil an der Gesamtversorgung

Der Anteil von Kartoffeln an der täglichen Zufuhr von Nährstoffen beträgt bezogen auf die Nahrungsenergie etwa 3 %, hinsichtlich von Eiweiß sind es 2-3 %, bei Ballaststoffen und Vitamin C 10 %. Damit wird die hohe Nährstoffdichte deutlich.

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Schadstoffgehalt und andere negativen Eigenschaften

Der negative Aspekt der Kartoffel liegt an dem natürlichen Schadstoff Solanin, der besonders bei unreifen Kartoffeln ( bzw. in den grünen Stellen, die ausgeschnitten werden müssen) vorliegt. 

Das Schadstoffbelastungsrisiko ist bei Kartoffeln ebenso gering (z.B. nitratarm) wie das hygienische Risiko.

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Empfehlungen und Verbraucherinformation

Die Vollwerternährung empfiehlt den Verzehr von Kartoffeln, wobei Pellkartoffeln vor Salzkartoffeln bevorzugt werden sollten. Weiterhin sollten sie aus der anerkannt ökologischen Landwirtschaft stammen. Weniger empfehlenswert sind Kartoffel-Fertigmischungen, und nicht empfehlenswert sind die fettreichen Kartoffelprodukte (Pommes frites).

Die Einstellung der Verbraucher gegenüber Kartoffeln ist zwiespältig. Einerseits sind Kartoffelgerichte beliebt, doch es gibt auch negative Bilder. Das kann teilweise aus der Geschichte ihrer Einführung begründet werden, denn es war eine aus der (Hungers-) Not geborene. Andererseits wurden früher viele Kartoffelspeisereste an Schweine verfüttert. Außerdem sind Kartoffeln altmodisch verglichen mit anderen modernen Beilagen. Es wäre günstig, wenn der Wert der "deutschen" Kartoffel unter Aspekten wie gute Tradition erhalten bliebe und die Region stärken würde. Damit einhergehend sollte auch die Nachfrage nach frischen Kartoffeln steigen.

Entsprechende Verbraucheraufklärungen, Kampagnen und Marketingmaßnahmen sind zwar vorhanden, aber nicht in ausreichender Intensität.

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Quellen

  • DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) (Hrsg.): Ernährungsbericht 2000. Frankfurt/Main, 2000

  • Oberbeil K., Lentz C. Obst und Gemüse als Medizin - Die Heilkräfte in unseren Nahrungsmitteln wirksam nutzen. Südwest Verlag, München 1996

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