AGEV - Arbeitsgemeinschaft Ernährungsverhalten e.V.

Auswirkungen des Ernährungsverhaltens auf die Gesundheitssituation von Säuglingen

Die Ernährungssituation von Säuglingen ist weitgehend unbekannt, deshalb können keine Aussagen getroffen werden.


Es zeigt sich, dass Säuglinge in Deutschland wieder vermehrt gestillt werden (DGE 2000). Gründe hierfür sind die allgemein anerkannten und unumstrittenen positiven Aspekte des Stillens, sowohl auf die weitere Entwicklung des Kindes (z.B. Immunsystem-stärkend, weniger plötzlicher Kindestod/ Sudden Infant Death - SID), als auch der Mutter (z.B. stillende Frauen zeigen geringeres Brustkrebsrisiko), sowie für das familiäre Zusammenleben, da Stillen die Mutter-Kind-Beziehungen festigt (Lutter 2000).

Doch über den tatsächlichen Ernährungszustand der Säuglinge in Deutschland, z.B. Analysen des Wachstumsverlaufes, gibt es keine verlässlichen Angaben. Datenmaterial ist prinzipiell vorhanden, z.B. durch die regelmäßig durchgeführten Vorsorgeuntersuchungen im ersten Lebensjahr in (Kinder-) Arzt-Praxen. Der europäische Vergleich des Wachstums von Säuglingen (Euro-Growth-Study) zeigt, dass gestillte Säuglinge eher langsamer wachsen als diejenigen, die Flaschennahrung erhalten. In der späteren Entwicklung gleichen sich diese Unterschiede aus. Der Wunsch, dass Säuglinge schnell wachsen, bzw. die Angst, dass sie zu wenig Nahrung trinken, führt leicht zu überschnellen Körpergewichtszunahmen und damit zu Anlagen zum späteren Übergewicht. Andererseits kann überlanges, ausschließliches Stillen bzw. zu spätes Zufüttern negative Folgen haben. Das Zufüttern bedeutet eine erste Zufuhr von "fremden" Nahrungsmitteln. Hier können erstmals Allergien auftreten. Es gibt entsprechend allergenarme Säuglingsanfangsnahrungen (HA-Nahrung). Zuverlässige Zahlen über die Häufigkeit der Lebensmittelallergien sind nicht bekannt (Hascke et al. 2000, Journal of Pediatric Gastroenterology and Nutrition 2000).

Bei Säuglingen könnten bereits Lebensmittelinfektionen auftreten, z.B. durch Missachtung der hygienischen Grundregeln. Informationen dazu sind nicht bekannt. Ebenso wenig sind Informationen zu biochemischen Indikatoren bezüglich von Nährstoffsituationen bekannt.

International ist die Förderung des Stillens ein sehr wichtiger Bestandteil von Ernährungsprogrammen. Die Förderung der richtigen Ernährung, die bereits in der Schwangerschaft beginnt, verschafft einen guten Start im Lebenszyklus der Menschen. Andererseits wirken sich Risiken während der Schwangerschaft und der frühen Kindesentwicklung ein Leben lang aus.

(Abbildung: Nutrition throughout the life cycle)

Eine intensivere Förderung des Stillens ist empfehlenswert. Das würde zwar den Absatz von Muttermilch-Ersatz-Nahrung reduzieren, hätte aber viele Vorteile für nachhaltige Gesundheit in der Bevölkerung.

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Quellen

  • DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) (Hrsg.) Ernährungsbericht 2000. Frankfurt/Main, 2000

  • Journal of Pediatric Gastroenterology and Nutrition Eurogrowth Study. Journal of Pediatric Gastroenterology and Nutrition 31 (7), (Suppl. 1), 2000

  • Hascke F., van`t Hof M.A., The Euro-Growth Study Group Euro-Growth References for Breast-Fed Boys and Girls. Journal of Pediatric Gastroenterology and Nutrition 31 (7), (Suppl. 1), S60-S71, 2000 zu finden unter: http://www.jpgn.org/ und http://www.meb.uni-bonn.de/espghan/

  •  Lutter C. Length of exclusive breastfeeding: Linking biology and scientific evidence to a public health recommendation. Journal of Nutrition 130 (5), 1335-1338, 2000

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