AGEV - Arbeitsgemeinschaft Ernährungsverhalten e.V.

Die Entwicklung der Nachfrage nach Lebensmitteln bei Erwachsenen

 

Die Nachfrage nach Lebensmitteln wird in den nächsten Jahren zurückgehen, da es weniger Verbraucher gibt. Der Trend geht in Richtung der verarbeiteten Lebensmittel.


Die Verbrauchergruppe der Erwachsenen umfasst den Altersabschnitt von 18-65 Jahren. Es sind ca. 52 Millionen Menschen. Sie stellen den Hauptteil der Bevölkerung dar, und ihre Marktaktivitäten prägen die Nachfrage nach Lebensmitteln in Deutschland. 

Diese Nachfrage wird auch im Rahmen der Beschreibung der Nachfrage nach den einzelnen Lebensmitteln dargestellt (Lebensmittelgruppen).

 In den üblichen statistischen Darstellungen, so auch im Kapitel 1 des Ernährungsbericht 2000, sind die Erwachsenen nochmals in drei Altersgruppen unterteilt (DGE 2000). Die Differenzierung nach dem Alter zeigt keine wesentlichen und konsistenten Differenzierungen in der Nachfrage. Die für die Nachfrage wichtigen Differenzierungen sind die nach physiologischen Kriterien, nach Haushaltstyp, nach ökonomischer Lage, nach Lebenslagen, -konzepten, -stiltypus und die nach regionalen Aspekten. 

Als Hauptinformationsquellen für die Nachfrage dienen die Statistische Nachfrage, Verbrauchserhebungen ( Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) und Kommerzielle Marktstudien) sowie direkte Verzehrserhebungen.

Diese Informationen sind zusammengefasst im Kapitel 1 des Ernährungsberichts 2000, in den Publikationen der Daten des Ernährungssurveys des Bundes-Gesundheitssurveys 1998, sowie vor allem durch die Panels der GfK, Nürnberg und AC Nielsen, Frankfurt/Main, und in der Verbraucher Analyse 2000 (und ihren Vorgängern) (DGE 2000, Mensink et al. 1998, Verbraucher Analyse 2000). 

Die "Ränder" der Gruppe der Erwachsenen sind nicht klar abzugrenzen, und auch in verschiedenen Studien unterschiedlich definiert. So schließen viele für die Gesamtbevölkerung repräsentativen Studien jüngere Bürger mit ein, häufig z.B. ab 14 Jahren. Noch unklarer ist, ab wann die Senioren beginnen. In diesen Randbereichen gibt es auch eine Reihe von methodischen Sonderproblemen. So ist z.B. bei älteren Personen die Beteiligung geringer, da sie weniger gut Fragenbogen ausfüllen und Protokolle schreiben können. Analog sollte sich die Art der Befragung bei Kindern und Jugendlichen nach deren Kommunikationswillen und -fähigkeiten richten.

Innerhalb der Erwachsenen gibt es verschiedene Generationen, deren Lebenserfahrung von der gesellschaftlichen Situation geprägt werden, in der sie jeweils gelebt haben. Diese persönliche Biographie beeinflusst das Verhalten von Menschen, und selbstverständlich auch die Nachfrage nach Lebensmitteln. Da es bislang keine longitudinalen Erhebungen gibt, die solche Kohorten von verschiedenen Generationen verfolgen, kann nicht beantwortet werden, welche Ernährungseinstellungen nachhaltig bestehen bleiben, und so Nachfrage auch in Zukunft bestimmen (Mackensen 1996). In der (amerikanischen) Marktforschung wird intensiver darüber spekuliert, wie die jungen Trendsetter (Generation Y - the true youth culture, die nach 1980 aufgewachsen ist) die Nachfrage beeinflussen werden (Hollingsworth 2000). Aus den jeweiligen Querschnittsstudien kann immer nur der Status quo einer jeweiligen Generation dargestellt werden. Die zurückliegenden Studien und Informationen zur Nachfrage nach Lebensmitteln sind nicht systematisch dokumentiert, so dass gegenwärtig auch keine gute retrospektive Analyse der Veränderung der Nachfrage nach Lebensmitteln in Deutschland erstellt werden könnte. Diese wäre für eine Prognose der Entwicklung jedoch notwendig. Das Potenzial der vorhandenen Daten sollte genutzt werden (Bodenstedt et al. 1997).

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[siehe auch: Auswirkungen auf die Ernährungs- und Gesundheitssituation von Erwachsenen]

Quellen:

  • Bodenstedt A., Loos S., Oltersdorf U., Reinhardt D., Spiekermann U.: Materialien zur Ermittlung von Ernährungsverhalten, 256 S Berichte der Bundesforschungsanstalt für Ernährung (BfE) BfE, Karlsruhe, 1997

  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung (Hrsg.) : Ernährungsbericht 2000. Frankfurt 2000

  • Hollingsworth P. Feeding: Generation Y. Food Technology 54 (1), S. 24, 2000

  • Mackensen R. Generationen und Kohorten in Deutschland in Perspektive. Sozialer Fortschritt 3, 1996

  • Mensink G.B.M., Thamm M., Haas K.: Die Ernährung in Deutschland 1998. Das Gesundheitswesen 61 (Sonderheft 2), S200-206, 1999

  • Verbraucher Analyse 2000 Codeplan Axel Springer Verlag AG, Verlagsgruppe Bauer (Hrsg.) Hamburg 2000 eigene Berechnungen zu finden unter: http://www.mediapilot.de/navigation/mediapilot.html?5

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