Der jährliche Verbrauch an Fisch lag 1998 bei 14,0 kg/Person
(Frischgewicht), die für den menschlichen Verzehr verfügbare Rohware bei
ca. 7,5 kg. Es zeigt sich ein signifikant positiver Trend beim Verbrauch
von +0,2 kg Kopf/Jahr. (Abb.: Verbrauch an Fisch)
Das inländische Fischangebot reicht nicht aus. Es werden mehr als zwei
Drittel der verzehrten Fische importiert.
Die Fischerei hat ca. 15.000 Beschäftigte in der Produktion und ca. 27000
im Handel und einen Umsatz von ca. 600 Millionen DM im Jahr.
Einkaufsorte: Bedingt durch die besondere Qualität der Fische (leichte
Einbuße des Geschmacks, Verderbs, "Fischgeruch",
Hygiene-Risiko) werden frische Fische nur an speziellen Theken und
Fachgeschäften verkauft (http://www.fischfachhandel.de).
1998 standen jährlich 7,5 kg/Kopf Fisch als Rohware zur Verfügung
(DGE 2000a). Männer verzehrten ca. 20 g/Tag und Frauen ca. 16 g, davon
wurden ca. 10 % außer Haus verzehrt. Allerdings kommt der Fachhandel zu
anderen Berechnung. Dort wird geschätzt, dass 67 % der Fische im
Außer-Haus-Verzehr konsumiert werden (DGE 2000b).
Nach dem Bundes-Gesundheitssurvey lag der Verzehr von Fisch 1998 bei ca.
17 g/Tag bei Männern und 14 g bei Frauen. In den neuen Bundesländern ist
der Verzehr etwas höher (Mensink et al. 1999).
Verteilung:
Fisch wird von ca. 5-10 % der Bevölkerung gemieden. Bei bayerischen
Jugendlichen war die Zahl beträchtlich höher z.B. 28,6 % bei 14-24
jährigen Männern. Ältere Personen essen Fisch einmal in der Woche.
Freitags ist traditionell der Fischverzehr deutlich höher, verglichen mit
jedem anderen Wochentag (Fischer 1999).
Die beliebtesten Fischsorten sind Seelachs, Hering, Kabeljau und
Thunfisch. Der Verzehr von Süßwasser-Fischen (z.B. Forelle) hat nur
einen kleinen Anteil (DGE 2000b).
Über die Aspekte Zubereitung, Rezepte und Portionsgrößen sowie
Verluste liegen keine repräsentativen Daten vor.
Verbrauchereinstellungen und Verbraucherinformationen: Fisch gehört
nur bei einer Minderheit der Verbraucher zu den beliebten Speisen. Gerade
bei Kindern und Jugendlichen ist der Verzehr unterdurchschnittlich und es
gibt einen hohen Anteil, der Fischgerichte ablehnt. Aus Sicht der
Ernährungswissenschaft ist eine Zunahme des Fischverzehrs wünschenswert
hinsichtlich Eiweiß, Fischölen, ungesättigten Fetten und der Jodzufuhr
(DGE et al. 2000a).
DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) (Hrsg.): Ernährungsbericht
2000. Frankfurt/Main, 2000a
DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) (Hrsg.): Fisch zunehmend
beliebter. DGE info 4, 2000b
Fischer K.: Analyse der Ernährungssituation in Bayern auf der Grundlage
der Nationalen Verzehrsstudie (1985-1989) und der Bayerischen
Verzehrsstudie (1995), 391 S Studien zur Haushaltsökonomie Band 20 Peter
Lang, Frankfurt/M. 1999
Mensink G.B.M., Thamm M., Haas K.: Die Ernährung in Deutschland 1998.
Das Gesundheitswesen 61 (Sonderheft 2), S200-206, 1999