AGEV - Arbeitsgemeinschaft Ernährungsverhalten e.V.

Die Entwicklung der Nachfrage nach Fisch und Fischwaren

Der Fischverbrauch in Deutschland zeigt positive Entwicklungen, d.h. er steigt, aber auf niedrigem Niveau.


Verbrauch

Fischverbrauch setzt sich zusammen aus:

  1. Fisch frisch/tiefgefroren: Kabeljau, Köhler, Seehecht, Scholle, Forelle, Karpfen, Rotbarsch
  2. Fischkonserven: Hering, Matjes, Sardine, Makrele, Thunfisch, Krabben
  3. Sonstige Fischerzeugnisse: gesalzener Hering, geräucherter Fisch, Krabben, Muscheln, Sardellenpaste

Der jährliche Verbrauch an Fisch lag 1998 bei 14,0 kg/Person (Frischgewicht), die für den menschlichen Verzehr verfügbare Rohware bei ca. 7,5 kg. Es zeigt sich ein signifikant positiver Trend beim Verbrauch von +0,2 kg Kopf/Jahr. (Abb.: Verbrauch an Fisch)

(zum Seitenanfang)

Herkunft und Erzeugung

Das inländische Fischangebot reicht nicht aus. Es werden mehr als zwei Drittel der verzehrten Fische importiert.
Die Fischerei hat ca. 15.000 Beschäftigte in der Produktion und ca. 27000 im Handel und einen Umsatz von ca. 600 Millionen DM im Jahr.

Einkaufsorte: Bedingt durch die besondere Qualität der Fische (leichte Einbuße des Geschmacks, Verderbs, "Fischgeruch", Hygiene-Risiko) werden frische Fische nur an speziellen Theken und Fachgeschäften verkauft (http://www.fischfachhandel.de).

(zum Seitenanfang)

Verzehr

1998 standen jährlich 7,5 kg/Kopf Fisch als Rohware zur Verfügung (DGE 2000a). Männer verzehrten ca. 20 g/Tag und Frauen ca. 16 g, davon wurden ca. 10 % außer Haus verzehrt. Allerdings kommt der Fachhandel zu anderen Berechnung. Dort wird geschätzt, dass 67 % der Fische im Außer-Haus-Verzehr konsumiert werden (DGE 2000b).
Nach dem Bundes-Gesundheitssurvey lag der Verzehr von Fisch 1998 bei ca. 17 g/Tag bei Männern und 14 g bei Frauen. In den neuen Bundesländern ist der Verzehr etwas höher (Mensink et al. 1999).

Verteilung: 

Fisch wird von ca. 5-10 % der Bevölkerung gemieden. Bei bayerischen Jugendlichen war die Zahl beträchtlich höher z.B. 28,6 % bei 14-24 jährigen Männern. Ältere Personen essen Fisch einmal in der Woche. Freitags ist traditionell der Fischverzehr deutlich höher, verglichen mit jedem anderen Wochentag (Fischer 1999).
Die beliebtesten Fischsorten sind Seelachs, Hering, Kabeljau und Thunfisch. Der Verzehr von Süßwasser-Fischen (z.B. Forelle) hat nur einen kleinen Anteil (DGE 2000b).

Über die Aspekte Zubereitung, Rezepte und Portionsgrößen sowie Verluste liegen keine repräsentativen Daten vor.

(zum Seitenanfang)

Verbrauchereinstellungen und Verbraucherinformationen

Verbrauchereinstellungen und Verbraucherinformationen: Fisch gehört nur bei einer Minderheit der Verbraucher zu den beliebten Speisen. Gerade bei Kindern und Jugendlichen ist der Verzehr unterdurchschnittlich und es gibt einen hohen Anteil, der Fischgerichte ablehnt. Aus Sicht der Ernährungswissenschaft ist eine Zunahme des Fischverzehrs wünschenswert hinsichtlich Eiweiß, Fischölen, ungesättigten Fetten und der Jodzufuhr (DGE et al. 2000a).

(zum Seitenanfang)

Quellen

  • DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) (Hrsg.): Ernährungsbericht 2000. Frankfurt/Main, 2000a 

  • DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) (Hrsg.): Fisch zunehmend beliebter. DGE info 4, 2000b

  • Fischer K.: Analyse der Ernährungssituation in Bayern auf der Grundlage der Nationalen Verzehrsstudie (1985-1989) und der Bayerischen Verzehrsstudie (1995), 391 S Studien zur Haushaltsökonomie Band 20 Peter Lang, Frankfurt/M. 1999

  • Mensink G.B.M., Thamm M., Haas K.: Die Ernährung in Deutschland 1998. Das Gesundheitswesen 61 (Sonderheft 2), S200-206, 1999


© 2004 | info@agev.net | Impressum