Die Nachfrage nach einheimischem Frischobst ist zwar
angebotsbedingt jährlichen Schwankungen unterworfen, doch in der
generellen Tendenz deutlich steigend.
Das Angebot von einheimischem Frischobst ist naturgemäß jährlichen
Schwankungen unterworfen, doch zeigen sich deutliche
Verbrauchssteigerungen. Der jährliche Verbrauch lag 1998 bei ca. 90
kg/Kopf (ca. 250 g täglich). Davon ca. ein Drittel (31 kg) Äpfel . (DGE 2000).
Der Selbstversorgungsgrad an Obst liegt bei ca. 40 %.
Der gewerbliche Anbau geht zurück (Produktion 1998: 5,41 Millionen
Tonnen), der übrige Anbau (Haus- und Nutzgärten) nimmt deutlich zu
(1998: 2,16 Millionen Tonnen).
In Deutschland betreiben gegenwärtig etwa 35.000 Betriebe (mit einer
Fläche von 69.000 ha) Obstanbau. Es gibt ca. 60 Millionen Apfelbäume
(auf 36.000 ha).
Der gewerbliche Anbau hat Probleme, saisonale Arbeitsspitzen
(Erntehelfer), besonders bei leicht verderblichen Arten (wie Beeren),
abzufangen. Alternativen sind die "Selbstpflücken"-Angebote.
Der Ausgleich zwischen saisonaler Ernte und dem Bedürfnis nach
ganzjährigem Angebot ist nur teilweise über optimierte gewerbliche
Lagerung (Kernobst, vor allem Äpfel) zu erreichen. Hauptsächlich wird
dies jedoch durch Importe aus den Ländern, in denen gerade Saison ist,
und teurem Glashaus/ Gewächshaus-Anbau (bei Beerensorten) bewerkstelligt.
Der jährliche Umsatz des Ernährungsgewerbes, das Obst und Gemüse
verarbeitet, beträgt ca. 13 Milliarden DM, und es sind ca. 27.000
Personen beschäftigt (Statistisches Bundesamt 2000).
Einkaufsorte: Zu 65 % wird einheimisches Frischobst im Super- bzw. im
Verbrauchermarkt eingekauft, zu 16 % auf dem Wochenmarkt (Fachgeschäft)
und lediglich zu 5 % direkt vom Erzeuger.
Der Verzehr an einheimischem Frischobst liegt bei ca. 70 g/Kopf/Tag
(höchste Anteil Äpfel ca. 50 g, gefolgt von Weintrauben mit 10 g) (DGE
2000).
Verteilung des Verzehrs: Der Obstverzehr ist bei älteren Verbrauchern
deutlich höher als bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Mit
steigendem Bildungsstand nimmt der Obstverzehr zu. Über die Hälfte isst
täglich einheimisches Obst, es gibt kaum Meider. Die saisonalen
Unterschiede sind deutlich ausgeprägt (DGE 2000).
Der Außer-Haus-Verzehr von einheimischem Frischobst liegt bei 3 % (DGE
2000 Kap. 1).
Über Zubereitung, Rezepte, Portionsgrößen und Verluste bei
einheimischem Obst in privaten Haushalten gibt es keine repräsentativen
Informationen.
Obst zählt zu den beliebten Lebensmitteln. Die Bevölkerung kennt auch
ihre gesundheitliche Bedeutung und schätzt den Geschmack und die Frische.
Es ist ein zunehmendes Bedürfnis vorhanden, Obst direkter und regionaler
zu kaufen. Ebenso gibt es Potential für die Öko-Palette.
Der Verzehr ist bei Frauen und bei den Verbraucherschichten mit einem
höheren Einkommen/ einer besseren Bildung verstärkt. Die Präferenz ist
bei Jugendlichen deutlich niedriger (GfK Panel Services und Fruchthandel
Magazin 1999, National Public Health Institute 2000).
Verzehrsempfehlungen beziehen sich nicht nur auf einheimisches Obst,
sondern dabei auch auf Südfrüchte und Obstsäfte (nicht einzeln, sondern
bei Getränken) und Obstprodukten, Konserven, TK-Produkten etc..)
Insgesamt wäre hier noch eine Verbrauchssteigerung möglich und aus der
Sicht der Ernährungswissenschaft wünschenswert (DGE et al. 2000).
Statistisches Bundesamt Landwirtschaft und Fischerei. 8.11.2000
(http://www.statistik-bund.de/basis/d/forst/forstueb.htm)
National Public Health Institute Disparities in Food Habits in Europe EU
FAIR-97-3096 Project (tasks 4 & 5) 30.10.2000 (http://www.ktl.fi/eteo/disparities/disparities.htm)