AGEV - Arbeitsgemeinschaft Ernährungsverhalten e.V.

Die Entwicklung der Nachfrage nach Frischobst

 

Die Nachfrage nach einheimischem Frischobst ist zwar angebotsbedingt jährlichen Schwankungen unterworfen, doch in der generellen Tendenz deutlich steigend.


Zum einheimischen Frischobst zählen:

  1. Äpfel
  2. Sonstiges Kernobst:  Birnen
  3. Pfirsiche:  Pfirsiche, Nektarinen, Aprikosen
  4. Kirschen:  Süß- und Sauerkirschen
  5. Sonstiges Steinobst:  Pflaumen, Zwetschgen, Mirabellen
  6. Erdbeeren
  7. Sonstige Beeren:  Him-, Brom-, Heidel-, Johannisbeeren, Weintrauben

 

Verbrauch

Das Angebot von einheimischem Frischobst ist naturgemäß jährlichen Schwankungen unterworfen, doch zeigen sich deutliche Verbrauchssteigerungen. Der jährliche Verbrauch lag 1998 bei ca. 90 kg/Kopf (ca. 250 g täglich). Davon ca. ein Drittel (31 kg) Äpfel . (DGE 2000).

(Abb.: Verbrauch an Frischobst)

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Herkunft und Erzeugung

Der Selbstversorgungsgrad an Obst liegt bei ca. 40 %.
Der gewerbliche Anbau geht zurück (Produktion 1998: 5,41 Millionen Tonnen), der übrige Anbau (Haus- und Nutzgärten) nimmt deutlich zu (1998: 2,16 Millionen Tonnen).
In Deutschland betreiben gegenwärtig etwa 35.000 Betriebe (mit einer Fläche von 69.000 ha) Obstanbau. Es gibt ca. 60 Millionen Apfelbäume (auf 36.000 ha).
Der gewerbliche Anbau hat Probleme, saisonale Arbeitsspitzen (Erntehelfer), besonders bei leicht verderblichen Arten (wie Beeren), abzufangen. Alternativen sind die "Selbstpflücken"-Angebote.
Der Ausgleich zwischen saisonaler Ernte und dem Bedürfnis nach ganzjährigem Angebot ist nur teilweise über optimierte gewerbliche Lagerung (Kernobst, vor allem Äpfel) zu erreichen. Hauptsächlich wird dies jedoch durch Importe aus den Ländern, in denen gerade Saison ist, und teurem Glashaus/ Gewächshaus-Anbau (bei Beerensorten) bewerkstelligt.
Der jährliche Umsatz des Ernährungsgewerbes, das Obst und Gemüse verarbeitet, beträgt ca. 13 Milliarden DM, und es sind ca. 27.000 Personen beschäftigt (Statistisches Bundesamt 2000).

Einkaufsorte: Zu 65 % wird einheimisches Frischobst im Super- bzw. im Verbrauchermarkt eingekauft, zu 16 % auf dem Wochenmarkt (Fachgeschäft) und lediglich zu 5 % direkt vom Erzeuger.

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Verzehr

Der Verzehr an einheimischem Frischobst liegt bei ca. 70 g/Kopf/Tag (höchste Anteil Äpfel ca. 50 g, gefolgt von Weintrauben mit 10 g) (DGE 2000).

Verteilung des Verzehrs: Der Obstverzehr ist bei älteren Verbrauchern deutlich höher als bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Mit steigendem Bildungsstand nimmt der Obstverzehr zu. Über die Hälfte isst täglich einheimisches Obst, es gibt kaum Meider. Die saisonalen Unterschiede sind deutlich ausgeprägt (DGE 2000).

Der Außer-Haus-Verzehr von einheimischem Frischobst liegt bei 3 % (DGE 2000 Kap. 1).

Über Zubereitung, Rezepte, Portionsgrößen und Verluste bei einheimischem Obst in privaten Haushalten gibt es keine repräsentativen Informationen.

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Verbrauchereinstellungen und Verbraucherinformationen

Obst zählt zu den beliebten Lebensmitteln. Die Bevölkerung kennt auch ihre gesundheitliche Bedeutung und schätzt den Geschmack und die Frische. Es ist ein zunehmendes Bedürfnis vorhanden, Obst direkter und regionaler zu kaufen. Ebenso gibt es Potential für die Öko-Palette.
Der Verzehr ist bei Frauen und bei den Verbraucherschichten mit einem höheren Einkommen/ einer besseren Bildung verstärkt. Die Präferenz ist bei Jugendlichen deutlich niedriger (GfK Panel Services und Fruchthandel Magazin 1999, National Public Health Institute 2000).

Verzehrsempfehlungen beziehen sich nicht nur auf einheimisches Obst, sondern dabei auch auf Südfrüchte und Obstsäfte (nicht einzeln, sondern bei Getränken) und Obstprodukten, Konserven, TK-Produkten etc..)
Insgesamt wäre hier noch eine Verbrauchssteigerung möglich und aus der Sicht der Ernährungswissenschaft wünschenswert (DGE et al. 2000).

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Quellen

  • DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) (Hrsg.) Ernährungsbericht 2000. Frankfurt/Main, 2000

  • GfK Panel Services (Gesellschaft für Konsumforschung), Consumer Research, IRI/GfK Retail Services Molkereiprodukte. GfK Panel Services, Consumer Research, IRI/GfK Retail Services 3, 1999

  • Statistisches Bundesamt Landwirtschaft und Fischerei. 8.11.2000 (http://www.statistik-bund.de/basis/d/forst/forstueb.htm)

  • National Public Health Institute Disparities in Food Habits in Europe EU FAIR-97-3096 Project (tasks 4 & 5) 30.10.2000 (http://www.ktl.fi/eteo/disparities/disparities.htm)


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