Diese mengenmäßig kleine, heterogene Gruppe von
Lebensmitteln hat gute Steigerungsaussichten.
Beschreibung: Zu der Gruppe der Gewürze und Zutaten zählen gemäß
dem Ernährungsbericht 2000 (DGE 2000) die Gewürze als solche sowie
Majonäse, Ketchup, Senf und Tabasco.
Der jährliche Verbrauch an Gewürzen als Gruppe ist mengenmäßig
nichtssagend, da hier kleine Mengen große Wirkung haben, und auch einen
entsprechenden Kilogramm-Preis haben.
Zu den Gewürzen gehören getrocknete Lebensmittel aber auch frische
Kräuter (und hier gibt es eine Überschneidung zum Gemüse, z.B.
Petersilie, Schnittlauch u.a.m.).
Mengenmäßig größer dagegen sind die Zutaten - die Saucen und
Dressings. Hier werden in Deutschland ca. 330.000 Tonnen jährlich
verkauft.
Ein spezielles Gewürz ist das Kochsalz, das mehr in der
Lebensmittelverarbeitung als in den Haushalten verbraucht wird.
Aromastoffe werden ebenfalls fast nur in der Lebensmittelindustrie
verbraucht.
Herkunft und Erzeugung: Während exotische Gewürze naturgemäß
eingeführt werden müssen, gewinnt der Markt an einheimischen
Gewürzpflanzen zunehmend an Bedeutung. Die traditionellen einheimische
Gewürze erleben eine Renaissance. Dieser Trend wird dadurch verstärkt,
dass es hier Überlappung sowohl zum positiven Image von Gemüse, als auch
zu Heilpflanzen gibt.
Es wird geschätzt, dass ca. 10.000 ha (mit steigender Tendenz) Fläche
mit Gewürz- und Arzneipflanzen bestellt sind. Ein Viertel davon in
Bayern, gefolgt von Thüringen (18 %) und Hessen (13 %). Die bedeutendste
Art ist Petersilie (ca. 12 %), gefolgt von Kamille (9 %). 12 Arten machen
ca. drei Viertel der Anbaufläche aus (Hoppe 2000). Der jährliche Umsatz
der Hersteller von Würzen und Saucen beträgt 6,6 Milliarden DM. Es gibt
80 Betriebe und ca. 16.000 Beschäftigte. Der Markt der Saucen und
Dressings ist sehr international (Symbol - Ketchup) (ZMP-Marktbericht
1998).
1998 waren in Deutschland sechs bedeutende Unternehmen in der
Salzproduktion (ohne Sole) tätig. Sie betrieben acht Salzbergwerke und
fünf Salinen. Es werden etwa 2.200 Personen beschäftigt. Von den ca. 10
Millionen Tonnen Natriumchlorid, die in Deutschland produziert werden,
entfallen nur ca. 3 % auf Speisesalz.
Hier ist noch eine Branche benannt, die nicht direkt für den
Verbraucher produziert, die aber Aromen und Essenzen für die
Lebensmittelverarbeitende Industrie herstellt.
Die Einkaufsorte für getrocknete Gewürze und Zutaten sind die
Verbrauchermärkte, bei frischen Gewürzpflanzen sind es Spezialfachhandel
und Direktverkauf, sowie Sondereinkaufsstätten (Naturkostfachhandel).
Der tägliche Verzehr an Gewürzen und Zutaten beträgt in den alten
Bundesländern ca. 10 g/ Kopf und in den neuen ca. 8 g/Kopf, wobei Frauen
etwas mehr davon verzehren.
Der Salzverzehr beträgt täglich etwa 8 g/Kopf, bei Männern liegt er
etwas höher (9 g/Tag) und bei Frauen etwas niedriger (7 g/Tag) (DGE
2000).
Der Anteil des Außer-Haus-Verzehrs bei Gewürzen und Zutaten ist nicht
erhoben worden.
Über Verwendung und Rezepte hinsichtlich von Gewürzen und Zutaten
gibt es keine repräsentativen Informationen.
Verbraucher haben viele, jedoch differenzierte Einstellungen zu den
verschiedenen Gewürzen und Kräutern. Im allgemeinen sind diese jedoch
sehr positiv. Sie betreffen die Aspekte Geschmack, Genuss, Abwechslung und
Gesundheit. Die Verbraucherempfehlungen unterstützen diese Einstellung.
Beliebt sind auch die Saucen und Dressings. Hier ist die
Verbraucherempfehlung jedoch eine sparsame Verwendung (von Ketchup und
Mayo).