AGEV - Arbeitsgemeinschaft Ernährungsverhalten e.V.

Altersgruppe: Kleinkinder

Die Kleinkinderzeit erstreckt sich zwischen der Säuglingszeit und der Einschulung. Sie kann nach vielen Kriterien weiter untergliedert werden, z.B. nach den Fähigkeiten der Kleinkinder (alleine gehen, sprechen, essen usw.). 

 Die Ernährungsempfehlungen sind nach Altersgruppen differenziert (DGE et al. 2000, aid 1997). 

Die Differenzierung dieser Gruppe kann nicht nur altersmäßig vorgenommen werden, sondern auch in Bezug auf viele andere Merkmale, die Verbraucher allgemein betreffen, z.B. dem Haushaltstyp (Einzelkind, Geschwisterrangfolge), nach ökonomischen Kriterien und Lebenslagen und -konzepten der Eltern und selbstverständlich auch nach Lebensraum (Land- und Stadtkinder). Zudem gibt es Kleinkinder mit chronischen Erkrankungen, Behinderungen und Stoffwechselstörungen.

Die Verbrauchergruppe "Kleinkinder" umfasst die Jahre zwischen Säuglingsalter und Einschulung, also zwischen 1 bis 6 Lebensjahren. Es ist eine sehr dynamische und wichtige Lebensphase, in der sich die wichtigen Alltagsfähigkeiten entwickeln. Zu dieser ist die selbstständige Nachfrage nach Lebensmitteln zu zählen. In der Kleinkindphase (1-3 Jahre) lernen Kinder selbst zu essen, und sie beginnen die Konsumwelt kennen zu lernen. In der Kindergarten- und Vorschulzeit verstärkt sich das Erkennen von Formen und Farben in der Realität und durch die Medien. Sie erkennen Markenzeichen und Verpackungsformen. Sie lernen ihre Konsumwünsche kennen und können sie mit denen von anderen vergleichen. In dieser Zeit wird der erste Wille und die individuelle Nachfrage (auch nach bestimmten Lebensmitteln) geprägt. Im Entscheidungsprozess zur Wahl der Lebensmittel, bei der Gestaltung des Speiseplans, achten Eltern auf die Wünsche ihrer Kinder, und diese achten darauf, was in ihrer Umgebung geschieht. Kleinkinder kaufen zwar noch nicht ein, aber sie wirken bei Kaufentscheidungsprozessen mit. Das Marketing der Anbieter kennt und nutzt dies (Ministerium für Ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Baden-Württemberg 1998).

Die Nachfrage nach Lebensmitteln für diese Altersgruppe hängt von der demographischen Entwicklung ab. Da in Deutschland seit Jahren weniger Kinder geboren werden, als zur langfristigen Erhaltung der Bevölkerungszahl notwendig wären, sinkt auch insgesamt die Zahl der Kleinkinder (Statistisches Bundesamt 2000).

 

Quellen

  • aid (Auswertungs- und Informationsdienst für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten): Das beste Essen für mein Kind - Die optimierte Mischkost, aid (Hrsg.), Bonn, 1997

  • DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung), Österreichischer Gesellschaft für Ernährung (ÖGE), Schweizerische Gesellschaft für Ernährungsforschung (SGE), Schweizerische Vereinigung für Ernährung (SVE) (Hrsg.): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, Umschau/Braus, 1. Aufl., Frankfurt/M. 2000

  • Ministerium für Ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Baden-Württemberg (Hrsg.) Ernährungserziehung bei Kindern. Ministerium für Ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Baden-Württemberg, 4. Aufl., Stuttgart 1998

  • Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Bevölkerungsentwicklung Deutschlands bis zum Jahr 2050. Ergebnisse der 9. Koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung. Wiesbaden 2000 


© 2004 | info@agev.net | Impressum