Das Nahrungsbedürfnis von Menschen wird dadurch befriedigt, dass aus
Nahrungsrohstoffen, die meist kontrolliert angebaut bzw. gehalten werden,
Lebensmittel erzeugt werden, die zur Speisenzubereitung dienen. Nur noch
geringe Teile unserer Lebensmittel werden gesammelt (Waldpilze,
Waldbeeren) oder gejagt (Wildtiere, Fische).
Bis auf Muttermilch (und diese auch nur für einen sehr engen
Lebensabschnitt) stammen alle anderen Lebensmittel des Menschen aus der Natur. Fast alle Lebewesen sind für den Menschen (zumindest nach
entsprechender Zubereitung) essbar. Dieses Potential der Natur steht
prinzipiell auch für alle anderen Lebewesen der Erde zur Verfügung. In
dieser Nahrungskonkurrenz haben Menschen aber besondere Fähigkeiten
entwickelt, die Konkurrenz (der Schadmikroorganismen, -pflanzen und
-tiere) auszuschalten (Schutzmittel: Pestizide, Herbizide, usw.).
Aus der Natur wurden durch Agrarkultur ganz bestimmte Pflanzen und Tiere
domestiziert. Die Züchtungen verminderten den Schadstoff- (aus der Sicht
des Menschen, aus der Sicht der "Rohstoff-Produzenten" sind es
Schutzmittel), und vermehrten den Nährstoff-Anteil. Durch entsprechende
Bearbeitung und Zubereitung entstehen die heutigen Lebensmittel.
Weltweit erscheint die Liste der Nahrungsmittel der Menschen als immens (Kunkel
1984). Menschen als wahre Omnivoren können dadurch in allen ökologischen
Zonen der Erde leben, im Gegensatz zu solchen Lebewesen, die sich nur auf
eine Nahrungsquelle spezialisiert haben (z.B. Koala-Bär). In den
einzelnen Weltregionen gibt es unterschiedliche Nahrungsmuster (z.B. Asien
und Reis) (Bodenstedt 1983).
Trotz der Globalisierungstendenz gibt es immer noch nationale
Besonderheiten (die gut durch die Betrachtung der Agrarstatistik der
verschiedenen Länder sichtbar wird). Wichtige kulturelle Schranken
scheinen noch sehr fest zu sein. So gibt es keine Anzeichen dafür, dass
z.B. Tiere wie Hunde und Katzen bei uns zum Lebensmittel werden, wie etwa
im asiatischen Lebensraum.
Der Umgang mit Nahrung und den Lebensmitteln gehört zu der jeweiligen
Kultur eines Landes, und hier gibt es entsprechende Einteilungen und
Ordnungen. Die Lebensmittel sind nicht nur hinsichtlich ihrer Nährwerte
unterschiedlich, sondern auch in vielerlei anderer Hinsicht. Die
Nährwerte stehen im Zusammenhang mit der biologischen Ordnung der
Lebensmittel. Nur wenige Lebensmittel werden unverarbeitet verzehrt (wie
z.B. frisches Obst), die meisten werden bearbeitet.
Hier zeigt sich eine bedeutende Entwicklung des letzten Jahrhunderts. Aus
nur noch relativ wenigen Grundprodukten werden viele verschiedene
Lebensmittel produziert (http://www.ccg.de/deutsch/index_d.htm,
dort unter Madakom). Aus der Vielfalt der verschiedenen Produkte von
früher, ist durch Standardisierung (Fordismus) und Spezialisierung (Taylorismus),
eine Vielfalt aus wenigen "Monokulturen" (Schwein, Rind, Weizen,
etc.) entstanden, die die kleinen Ernährungsverhaltensunterschiede
bestimmen können. Von den ca. 230.000 Artikeln auf dem Lebensmittelmarkt,
sind fast alle verarbeitet.
Diese Lebensmittel haben aus der Sicht der Verbraucher, der Nachfrager,
ganz bestimmte Wirkungen. Sie werden auch nach der Herkunft eingeteilt
sowie nach der Verwendung. Diese Aspekte des Ernährungsverhaltens von
Verbrauchern bestimmen die jeweiligen Nachfragen für die verschiedenen
Lebensmittel.
Quellen:
Bodenstedt A. Ernährungsverhalten und Ernährungsberatung, Kap. 6 In:
Cremer H.-D. (Hrsg.) Nahrung und Ernährung, Bd. 2 Handbuch der
Landwirtschaft und Ernährung in den Entwicklungsländern. Ulmer Verlag,
2. Aufl., Stuttgart 1983
Kunkel G. Plants for Human Consumption, 393 S Koeltz Scientific Books,
Koenigstein/Taunus 1984