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VerbrauchserhebungenDas ursprünglich als Buchhaltungsmethode bezeichnete
Erhebungsverfahren zur Ermittlung des Nahrungsverbrauches besteht darin,
dass durch Privathaushalte (aber auch in Institutionen) der Erwerb sowie
die Erzeugung aller Lebensmittel für einen bestimmten Zeitraum notiert
wird. Das Anschreiben (Buchhalten) erfolgt durch die haushaltsführenden
Personen. Diese älteste Methode zur Ermittlung des Nahrungsverbrauchs
gibt es in vielen Variationen. Von staatlicher Seite wird sie in Form der
Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) vom statistischen Bundesamt auf
gesetzlicher Grundlage durchgeführt. Große kommerzielle
Marktforschungsinstitute nutzen ebenfalls solche Buchhaltungsmethoden. Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS)Auf gesetzlicher Grundlage wird in Deutschland im Abstand von 5 Jahren
vom Statistischen Bundesamt die EVS durchgeführt, zuletzt 1998. Dazu
werden ca. 0,3 % aller deutschen privaten Haushalte in eine Stichprobe
aufgenommen (1998 waren dies ca. 74.000 Haushalte). Kommerzielle Markt-StudienDie Anbieter (Produzenten und Händler) von Lebensmitteln benötigen für die Planung ihrer Aktivitäten Informationen über die Marktsituation, insbesondere über die Nachfrage durch die Verbraucher. Zwar gibt es auch amtliche Markt-Informationen (z.B. durch die Statistischen Bundes- und Landesämter), doch bestehen aus der Sicht der Anbieter Informationslücken. Die Daten sind nicht genug differenziert, z.B. nicht spezifisch hersteller- und artikelbezogen, und vor allem nicht aktuell genug. Aus diesen Gründen haben sich schon seit Jahrzehnten Marktforschungsinstitute etabliert, die entsprechende Dienstleistungen anbieten. Für repräsentative Erhebungen sind umfangreiche, landesweite Stichproben notwendig. Dazu muss ein flächendeckendes Netz von Interviewern installiert und unterhalten werden. Das kann nur von wenigen, den größeren Marktforschungsunternehmen geleistet werden. Bei solchen Instituten können spezielle Befragungen in Auftrag gegeben werden, z.B. in sogenannten Mehr-Themen-Befragungs-Angeboten (Befragungs-Bus in N.N. 2000). Von staatlicher Seite gibt es das Angebot des Zentrums für Umfragen, Methoden und Analysen (ZUMA). Für Befragungen zum alltäglichen Verbraucherverhalten, zu dem auch der Kauf von Lebensmitteln zu zählen ist, erweisen sich longitudinale Studien als günstig. Dazu wird ein Stamm (ein Panel) von Befragten rekrutiert, die über einen längeren Zeitraum (von bis zu einigen Jahren) an solchen Erhebungen teilnehmen. Diese Panel-Studien sind zwar teuerer, aber qualitativ wesentlich besser als "ad hoc" Befragungen. Die Einrichtung und Pflege von Verbraucher-Paneln ist noch aufwendiger, und so verwundert es nicht, dass es für den Bereich des Lebensmittelmarktes in Deutschland praktisch nur zwei wichtige entsprechende Institutionen gibt. Das sind die Gesellschaft für Konsumforschung in Nürnberg (GfK) und die AC Nielsen GmbH in Frankfurt/M. Diese Datenbasis, die die beiden führenden Marktforschungsinstitute vorhalten, ist die Grundlage von Marktanalysen, die ihre Kunden in Auftrag geben, und entsprechend bezahlen müssen. Bei Lebensmitteln, deren Markt umkämpft ist, ist die Nachfrage sehr groß, und es gibt viele detaillierte Informationen. In anderen Bereichen, in denen es keine großen Marketingkunden gibt, z.B. im Bereich von Obst und Gemüse, ist die vorhandene Information auch lückenhafter. Der Hauptteil der Informationen bezieht sich auf den Lebensmitteleinkauf, relativ neu sind Panels, die sich auf das Mahlzeitenverhalten beziehen (CMA 1999). Frühere Versuche in diese Richtung, z.B. zu Beginn der 80ziger Jahre der FOOD Monitor durch die Firma BASIS-Research, Frankfurt/M, wurden nicht weitergeführt. Marketingabteilungen oder Marketingagenturen lassen für ihre Bedürfnisse Marktanalysen erstellen und berichten gegebenenfalls darüber. Es ist unmöglich, eine Übersicht darüber zu erhalten, welche solcher "privaten Aufträge" mit welchen Ergebnissen zum Verbraucherverhalten erstellt wurden. Informationen darüber müssen recherchiert werden. Dazu können heute die Internet-Seiten der entsprechenden Marktforschungsinstitutionen dienen. Für den Lebensmittelmarkt ist die Publikation "Lebensmittelzeitung" eine vorzügliche Quelle.
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