AGEV - Arbeitsgemeinschaft Ernährungsverhalten e.V.

Die Entwicklung der Nachfrage nach Milch und Milchprodukten

 

Allgemein zeigt sich ein signifikanter Rückgang für Frischmilcherzeugnisse, einschließlich Trinkmilch. Signifikant positiv ist die Entwicklung der Produkte Joghurt und Sahne.


Zur Gruppe der Milch und Milchprodukte zählen:

  1. Trinkmilch: Kuhmilch unterschiedlicher Fettstufen, H-Milch
  2. Kondensmilch:  Kondensmilch unterschiedlicher Fettstufen, Kaffeesahne
  3. Sahne:  Schlagsahne, Saure Sahne, Schmand
  4. Joghurt: Joghurt, Fruchtjoghurt, Dickmilch, Kefir
  5. Sonstige Milcherzeugnisse: Trinkmilch-, Buttermilcherzeugnisse, Quark mit Früchten

Verbrauch

Der Verbrauch an Milch und Milcherzeugnissen liegt insgesamt bei ca. 100 kg/Kopf/Jahr. Der Trinkmilchverbrauch sinkt signifikant (um jährlich 0,8 kg/Kopf), dafür nehmen Joghurt und Sahne zu. Trotzdem bleibt in dieser Lebensmittelgruppe ein Rückgang zu verzeichnen.
Der Verbrauch von Konsummilch betrug 1998 64,4 kg/Kopf/Jahr und von Joghurt 15,2 kg/ Kopf/Jahr (DGE 2000).

(Abb.: Verbrauch an Milcherzeugnissen)

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Herkunft und Erzeugung

Der Milchmarkt kann als der am stärksten von der Agrarpolitik reglementierte Markt angesehen werden.
Die Kuhmilcherzeugung in Deutschland (als Grundprodukte für Trinkmilch, Milchprodukte, Käse und Butter) hat sich stabilisiert. Sie liegt gegenwärtig bei jährlich 28,5 Millionen Tonnen (1975: 21,6 Millionen Tonnen, 1990 - bisheriges Maximum: 31,3 Millionen Tonnen). Dies ist durch Milchquotierungen geregelt. Diese Mengen werden von rund 290.000 Kühen (ca. 5750 Liter/Kuh/Jahr) erzeugt. Größter Milchproduzent ist Bayern, gefolgt von Niedersachsen.
Der überwiegende Teil wird zur Weiterverarbeitung an Molkereien geliefert, nur ein kleiner Teil wird im Erzeugerbetrieb verwendet.
Die Milchversorgung in Deutschland ist gesichert, trotzdem steht einer Ausfuhr von 6 Millionen Tonnen Milch im Jahr ein Import von 6,8 Millionen Tonnen gegenüber.
Die Zahl der Molkereiunternehmen ist stark geschrumpft. Zwischen 1988 und 1997 nahm die Zahl von 551 auf 269 ab (alte Bundesländer: 431 auf 229, neue Bundesländer: 120 auf 40 Unternehmen) (Landesanstalt für Entwicklung der Landwirtschaft mit Landesstelle für landwirtschaftliche Marktkunde 1999, GfK Panel Services et al. 1999).
Der jährliche Umsatz im Bereich der Milchverarbeitung beträgt ca. 40 Milliarden DM, bei ca. 44.000 Beschäftigten (Statistisches Bundesamt 2000).

Einkaufsorte: Milch und Milcherzeugnisse werden zu ca. 43 % in Discountern erworben und zu 37 % im Verbrauchermarkt. Molkereiprodukte konzentrieren sich nur noch auf wenige Marken. Die Sortimentsbreite im Supermarkt beträgt ca. 350 - 400 Artikel (CMA 1998).

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Verzehr

Der Verzehr an Milcherzeugnissen liegt bei täglich 210 g, wobei er bei Männern etwas höher ist als bei Frauen. In den neuen Bundesländern ist er etwas niedriger (Männer: 239 g/d und 212 g/d; Frauen: 210 g/d und 186 g/d). Jugendliche verzehren am Meisten. In Bayern fällt der deutliche Abfall des Milchverzehrs im Erwachsenenalter bis hin zu den Senioren beiderlei Geschlechts auf (Fischer 1999).

Verteilung des Verzehrs: Bei Milcherzeugnissen gibt es eine Reihe von Verbrauchern, die diese komplett meiden. Dabei könnten neben dem Geschmack auch gesundheitliche Aspekte (Unverträglichkeiten, Allergien) eine Rolle spielen.

Der Anteil des Außer-Haus-Verzehrs ist bei Milchprodukten gering, er liegt bei ca. 5 % (DGE 2000 Kap. 1).

Für Zubereitung, Rezepte, Portionsgrößen und Verluste gibt es keine repräsentativen Informationen.

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Verbrauchereinstellungen und Verbraucherinformationen

Traditionell gelten Milch und die meisten Milchprodukte als gesunde Produkte. Eher negativ dagegen sind bei manchen Verbrauchern die Aspekte Cholesterin, hoher Fettgehalt bei Sahne oder auch die niedrigeren Vitamingehalte der H-Milch-Varianten (bzw. Covenience-Produkte versus frische Produkte). Überdurchschnittlich positiv ist der Bereich Joghurt, und hier können auch die höchsten Steigerungsraten erwartet werden. Dies gilt besonders für Varianten mit Zusätzen (Früchte, Aromen) und mit zusätzlichen Funktionen (functional food, probiotisch). Durch mehr Abwechslung (Milchmischgetränke) können auch die traditionellen Milchprodukte zusammen mit ihrem positiven Gesundheitsimage stärker nachgefragt werden, da sie in den Trend "Wellness" positioniert werden können (Michels 2000).
Aus ernährungsphysiologischer Sicht ist eine Steigerung des Milchverbrauchs wünschenswert (DGE et al. 2000).

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Quellen

  • Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft mbH (CMA) (Hrsg.): Perspektiven der Verbrauchsentwicklung bei Milchprodukten. Kopien von 22 Charts aus dem Referat von I. Sauerland. Marktanalyse CMAMAFO, Bonn 1998

  • DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) (Hrsg.): Ernährungsbericht 2000. Frankfurt/Main, 2000

  • Fischer K. Analyse der Ernährungssituation in Bayern auf der Grundlage der Nationalen Verzehrsstudie (1985-1989) und der Bayerischen Verzehrsstudie (1995), 391 S: Studien zur Haushaltsökonomie Band 20 Peter Lang, Frankfurt/M. 1999

  • GfK Panel Services (Gesellschaft für Konsumforschung), Consumer Research, IRI/GfK: Retail Services Molkereiprodukte. GfK Panel Services, Consumer Research, IRI/GfK Retail Services 3, 1999

  • Landesanstalt für Entwicklung der Landwirtschaft mit Landesstelle für landwirtschaftliche Marktkunde, im Auftrag des Ministeriums für ländlichen Raum Baden-Württemberg Agrarmärkte. Jahresheft 1999. Unterlagen für Unterricht und Beratung in Baden-Württemberg. Schwäbisch Gmünd 1999

  • Michels P.: Neue Möglichkeiten in der Marktforschung. CMA Marktforschung, Vortrag, 2000

  • Statistisches Bundesamt Landwirtschaft und Fischerei. 8.11.2000 (http://www.statistik-bund.de/basis/d/forst/forstueb.htm)


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