AGEV - Arbeitsgemeinschaft Ernährungsverhalten e.V.

Altersgruppe: Senioren


Senioren sind jedoch eine sehr heterogene Bevölkerungsgruppe. Sie können in verschiedene Altersgruppen untergliedert werden; es gibt immer mehr über 80jährige und weitere Gruppen von Hochbetagten. Dabei ist dann eine "Feminisierung" festzustellen. Frauen haben eine höhere Lebenserwartung als Männer, da sie bedingt durch ihre biologischen Anlagen "ökoresistenter" sind. Ebenso nimmt die "Singularisierung" zu, immer mehr Alte, immer mehr Frauen leben allein. 

Mit dem Älterwerden ergeben sich Veränderungen im "sozialen Netzwerk". Es gibt die unterschiedlichsten Arten des Ausscheidens aus dem Berufsleben, mit Eingehen von neuen Verpflichtungen, wie z.B. Ehrenämtern, aber auch der weiteren Entpflichtung, z.B. zunehmende "Vereinzelung", bzw. Aufgabe des "freien Lebens" und der Notwendigkeit der als Abhängigkeit empfundenen Betreuung und Pflege. Es gibt über eine Millionen Menschen mit regelmäßigem Pflegebedarf. Die Zahl der Altenheimplätze liegt bei ca. 650.000.

Eine weitere Differenzierung ist die nach dem Einkommen. Hier zeigt sich, dass die Klassengesellschaft noch nicht überwunden ist. Neben der Armut bei den Alten gibt es auch sehr wohlhabende Ältere. Weitere Kategorien zur soziologisch-kulturellen Differenzierung der Gruppe der Älteren sollen nur aufgezählt werden, um die Spannbreite anzudeuten:
- regionale Herkunft und Mobilität,
- Bildung,
- Berufs- und Tätigkeitsgeschichte (Zeitbudget),
- (kulturelle) Werte und Einstellungen.

Mit zunehmendem Alter lassen kontinuierlich die körperlichen und geistigen Funktionen von Menschen nach. Die Rolle in der Gesellschaft verändert sich, z.B. durch das Ausscheiden aus dem Erwerbsleben. Damit ändern sich auch die Ernährungsgewohnheiten, das Verhalten muss sich an neue Situationen anpassen, es müssen Dienstleistungen in Anspruch genommen werden.

Quellen

  • Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Bevölkerungsentwicklung Deutschlands bis zum Jahr 2050. Ergebnisse der 9. Koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung. Wiesbaden 2000

  • Schneider R., Eberhardt W., Heseker H., Moch K.J.: Die VERA-Stichprobe im Vergleich mit Volkszählung, Mikrozensus und mit anderen nationalen Untersuchungen. VERA-Schriftenreihe Bd. 2, Wissenschaftlicher Fachverlag Dr. Fleck, Niederkleen 1992

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