AGEV - Arbeitsgemeinschaft Ernährungsverhalten e.V.

Die Entwicklung der Nachfrage nach Speiseölen

 

Der Verbrauch an Speiseölen und - fetten hat zugenommen.


Die Gruppe der Speiseöle und -fette besteht aus:

  1. Margarine:  Margarine, Diätmargarine
  2. Pflanzlichen Ölen:  Oliven-, Weizenkeim-, Maiskeim-, Soja-, Walnuss-,
    Sonnenblumen-, Distelöl
  3. Sonstigen Speisefetten:  Erdnussbutter, Kokos-, Palm-, Hühner-, Schweinefett

Verbrauch

Der Verbrauch an Speiseölen und -fetten hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen und liegt jetzt bei ca. 19 kg. Die Steigerung beruht zum großen Teil auf der Zunahme von Speiseölen, während Margarine konstant, mit leicht rückläufiger Tendenz, ist (50 g/Kopf/ Tag).
Es wurden im Jahr 1999 6,9 kg Margarine (-2,8 % gegenüber 1998), 12,0 kg Speiseöle (+ 1,7 %) und 1,2 kg Speisefette (+ 9,1 %) verbraucht (DGE 2000).

(Abb.: Verbrauch an Speiseölen)

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Herkunft und Erzeugung

Die Speiseölproduktion beträgt 2.734.000 Tonnen/Jahr, wovon 60,6% Rapsöl, 27% Sojaöl, 7% Sonnenblumenöl und alle anderen 6% ausmachen.
Der Rapsanbau erstreckt sich auf eine Fläche von 1,2 Millionen Hektar (rund 10% der gesamten Ackerfläche der BRD).
Einzelne Öle werden entweder als sortenreine Öle verkauft, andere gibt es als undeklarierte Tafelöle und weitere Anteile werden zu Margarine verarbeitet.
Im Lebensmittelhandel wurden ca. 135.000 Tonnen Speiseöle verkauft: davon 50.000 Tonnen Sonnenblumenöl, 40.000 Tonnen Tafelöl, das überwiegend Rapsöle sind (ca. 85 %), gefolgt von 17.000 Tonnen Olivenöl und 9.000 Tonnen Maiskeimöl.
Der Markt für Ölsaaten in Deutschland (wie in der EU) wird stark von dem weltweiten Sojabohnenmarkt beeinflusst. Sojabohnen werden in einer Menge importiert, die ca. 75 % der deutschen Rapsernte entsprechen. Bei der Sojabohne ist nicht nur das Öl wirtschaftlich wichtig, sondern auch das Futterschrot (Eiweiß). Die Einfuhr von Ölsaaten nach Deutschland betrug 1998 5,12 Millionen Tonnen (davon 3 Millionen Tonnen Soja und 1,3 Millionen Tonnen Raps) (Landesanstalt für Entwicklung der Landwirtschaft mit Landesstelle für landwirtschaftliche Marktkunde 1999).
Der jährliche Umsatz im Ernährungsgewerbe, das pflanzliche und tierische Nahrungsfette erzeugt, liegt bei ca. 8,5 Milliarden DM (Margarine ca. 3 Mrd. DM) und es sind dort gut 5000 Personen beschäftigt (Margarine 3500) (Statistisches Bundesamt 2000).

Einkaufsorte: In der Marktforschung werden die Speisefette und -öle zusammen mit Butter in eine Kategorie genommen. So werden hier als Beispiel GfK-Panel-Informationen angeführt, die für Butter und für die pflanzlichen Fette zusammengelten.
41 % der Nahrungsfette werden beim Discounter erworben, ca. 35 % in Verbrauchermärkten und ca. 20 % in kleinen Lebensmitteleinzelhandelsgeschäften.
Die pflanzlichen Fette haben einen Anteil von ca. 55 % von allen Nahrungsfetteinkäufen, davon wiederum sind ca. 60 % Margarine, 15 % Spezial-Margarinen (z.B. Light), 15 % Speiseöle und ca. 10 % Speisefette. Die Käufe der Speiseöle verteilen sich auf: Sonnenblumen- (ca. 35 %), Pflanzen-/Tafel- (ca. 30 %), Distel-, Oliven- und Maiskeimöl (je ca. 10 %).

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Verzehr

Der Verzehr pflanzlicher Fette und Öle liegt bei ca. 20 g/Kopf/Tag, wobei der Verzehr in den neuen Bundesländern höher ist. Bei älteren Verbrauchergenerationen gibt es viele Meider (z.B. ca. 50 % der Senioren in Bayern meiden Margarine), während rund 25 % der Verbraucher täglich Margarine essen. Dies sind tendenziell häufiger Frauen als Männer (Fischer 1999).

Der Anteil des Außer-Haus-Verzehrs bei Speiseölen und -fetten liegt bei 8 % (DGE 2000 Kap. 1).

Über die Zubereitung, Rezepte, Portionsgrößen und Verluste liegen keine repräsentativen Informationen vor.

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Verbrauchereinstellungen und Verbraucherinformationen

Die Einstellungen der Verbraucher zu Speiseölen sind sehr differenziert und hängen stark davon ab, welches Produkt betrachtet wird.
Der große Markt der Speiseöle wird von wenigen großen Produzenten umworben, wobei es jeweils viele "gesunde" Öle und Risikofette gibt.
Die Informationen für Verbraucher sind verwirrend. Es gibt viele sich widersprechende Argumentationen. Dies rührt daher, dass neben dem hohen Energiegehalt (der eher negativ ist) auch positive Aspekt in der Wirkung (z.B. hinsichtlich der Blutlipide) propagiert werden. So gibt es gesunde und riskante Fette, fettreduzierte Varianten (Light Produkte - "Du darfst"), natürliche (Butter) und technisierte, hydrierte (Margarine, Transfettsäuren), und schließlich auch funktionelle diätetische Produkte (z.B. Becel-Sorten). Food Design (Imitate) und gentechnisch veränderte Ölsaaten sorgen für weitere Informationsdimensionen. Wahrscheinlich ist in keinem anderen Lebensmittelbereich die Kommunikationsdichte (zwischen Wissenschaft, Herstellern, Marketing und Verbrauchern) so hoch wie im Bereich der tierischen Fette (Milch/Butter) vs. der Pflanzenfette. Jedes Sortiment hat seine eigene Publikations-, Kommunikationskette. Dieser Richtungsstreit zwischen Tier- und Pflanzenfetten hat Geschichte.

Das Problem für die Verbraucher besteht aber nicht nur in der richtigen Wahl zwischen "gesunden" und "riskanten" Fetten, sondern auch im Konflikt zwischen der geschmacksverstärkenden Wirkung der Fette und dem Verlangen (der Ernährungswissenschaft), weniger Fett zu essen (und zu sein - also dem Kampf gegen die Pfunde).

Bei älteren Verbrauchergruppen hat nach wie vor die Butter ein gutes Image, während bei Jüngeren imagemäßig "jüngere" Fette bevorzugt werden: fettreduzierte Varianten und neue Brotaufstriche. Wobei bei anderen Jungen die Butter mehr Natur und weniger Technik repräsentiert (CMA 1998).
Die Verzehrsempfehlungen gehen dahin, insgesamt weniger Fette zu konsumieren und den Anteil an (ungesättigten) Speiseölen zu erhöhen (DGE et al. 2000).

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Quellen

  • Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft mbH (CMA) (Hrsg.): Butter im Umfeld konkurrierender Fette. Kopien von 19 Charts aus dem Referat von I. Sauerland. Marktanalyse CMAMAFO, Bonn 1998c

  • DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) (Hrsg.): Ernährungsbericht 2000. Frankfurt/Main, 2000

  • Fischer K.: Analyse der Ernährungssituation in Bayern auf der Grundlage der Nationalen Verzehrsstudie (1985-1989) und der Bayerischen Verzehrsstudie (1995), 391 S Studien zur Haushaltsökonomie Band 20 Peter Lang, Frankfurt/M. 1999

  • GfK Panel Services (Gesellschaft für Konsumforschung), Consumer Research, IRI/GfK: Retail Services Molkereiprodukte. GfK Panel Services, Consumer Research, IRI/GfK Retail Services 3, 1999

  • Landesanstalt für Entwicklung der Landwirtschaft mit Landesstelle für landwirtschaftliche Marktkunde, im Auftrag des Ministeriums für ländlichen Raum Baden-Württemberg: Agrarmärkte. Jahresheft 1999. Unterlagen für Unterricht und Beratung in Baden-Württemberg. Schwäbisch Gmünd 1999

  • Statistisches Bundesamt Landwirtschaft und Fischerei. 8.11.2000 (http://www.statistik-bund.de/basis/d/forst/forstueb.htm)

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